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Sie möchten mit Ihrem Schützling in südliche Länder reisen?
Wenn ja, möchten wir Sie gerne über die Risiken von Erkrankungen in diesen Ländern und deren Prophylaxe aufklären.
Zu diesen Erkrankungen gehören die Leishmaniose, die Ehrlichiose, die Babesiose und die Dirofilariose, die auch als Reisekrankheiten bezeichnet werden.
Alle diese Krankheiten werden über sogenannte Vektoren, wie Zecken oder Stechmücken, übertragen.
Leishmaniose:
Dieser Erreger wird durch die Sandmücke übertragen. Die Krankheit ist an das Verbreitungsgebiet der Sandmücken gebunden, welches sich in Südeuropa befindet. Jedoch wurden auch schon in der Schweiz und in der oberrheinischen Tiefebene Sandmücken entdeckt.
Man unterscheidet bei diesem Krankheitsbild eine Hautform und eine generalisierte Form, die die Bauchorgane befällt. Häufig bestehen jedoch beide Formen gleichzeitig.
Die Symptomatik kann sehr stark variieren und reicht von Gewichtsverlust, Leber- und Milzvergrößerung, Lymphknotenschwellung, Schwäche, Durchfall, Erbrechen bis hin zu Haarausfall und Hautgeschwüren.
Verdächtig sind chronische, nicht juckende Hautentzündungen und Haarausfall auf der Nase, an den Ohrspitzen und um die Augen.
Babesiose:
Bei dieser Erkrankung werden die Erreger über die Auwaldzecke und die braune Hundezecke übertragen. Die Lebensräume dieser Zecken sind alle warmen Klimazonen, sie kommen aber auch bei uns in Deutschland vor, vor allem im Saarland, in Rheinland-Pfalz und Sachsen.
Beim Blutsaugen werden diese Erreger von der Zecke auf den Hund übertragen, vermehren sich in den roten Blutkörperchen des Tieres und können diese zerstören.
Typische Symptome sind Mattigkeit, hohes Fieber, blasse Schleimhäute und roter bis dunkler Urin. In der akuten Phase kann es zu schweren Störungen des Allgemeinbefindens bei erkrankten Tieren kommen. Bei einem chronischen Verlauf können Abmagerung, Teilnahmslosigkeit, Gelbsucht, aber auch Durchfälle, Schleimhautblutungen und entzündliche Veränderungen der Augen auftreten.
Ehrlichiose:
Die Übertragung des Erregers erfolgt über die braunen Hundezecken, die in tropischen und subtropischen Gebieten, jedoch mittlerweile auch in Deutschland vorkommen.
8-10 Tage nach der Infektion können erste Symptome auftreten. Diese können Fieberschübe, Lymphknotenschwellung, Nasen- und Augenausfluss beinhalten.
Symptome einer chronischern Erkrankung sind Teilnahmslosigkeit, verminderte Fresslust, Lymphknoten- und Milzvergrößerung.
Verdächtige Hinweise auf akute Infektionen können Nasenbluten, Blutungen in der Schleimhaut, Haut sowie in Gelenken sein. Schwere Verläufe können mit Blutungen, Erbrechen, Atemnot, Fieber, Veränderungen der Augenfarbe und sogar Erblindung, Bewegungsstörungen und Hirnhautentzündungen einhergehen.
Dirofilariose:
Diese Erkrankung tritt überall südlich der Alpen auf.
Sie ist unter dem Namen der Herzwurmkrankheit bekannt.
Die Larven werden von Stechmücken auf den Hund übertragen. Daraus entwickeln sich die erwachsenen Herzwürmer, die sich im rechten Herzen und den Lungengefäßen befinden.
Als Symptome stehen Leistungsabfall, Husten und Atemnot im Vordergrund.
Wie können Sie Ihr Tier schützen?
Es gibt Möglichkeiten Ihr Tier zu schützen, ein hundertprozentiger Schutz existiert jedoch nicht.
Wichtig ist, dass Sie Ihren Vierbeiner vor den Krankheitsüberträgern, wie Mücken und Zecken, schützen.
Dies kann durch bestimmte repellierende, d.h. zecken- und mückenabwehrende, Medikamente erreicht werden. Die Präparate werden in Form von Spot-ons, Spays oder Halsbändern angeboten.
Weiterhin sollten Strandspaziergänge in der Dämmerung vermieden werden, da in dieser Zeit die Sandmücken besonders aktiv sind.
Zusätzlich sollten Sie Ihren Hund regelmäßig auf Zecken untersuchen und diese gegebenenfalls mit einer Zeckenzange entfernen.
Für eine Prophylaxe der Herzwurmerkrankung sind unterschiedliche Arzneimittel auf dem Markt.
Empfehlung unserer Praxis:
Preventic spot-on:
Dieses Präparat sollte einige Tage vor der Abreise aufgetragen werden. Eine einmalige Behandlung schützt bis zu drei Wochen vor einem Befall mit Flöhen und Zecken.
Scalibor Halsband:
Das Halsband sollte eine Woche vor Urlaubsbeginn Ihrem Hund angelegt werden. Für die Dauer von fünf bis sechs Monaten ist Ihr Hund vor Sandmücken geschützt. Da der Wirkstoff in diesen Halsbändern für Fische und andere im Wasser lebende Organismen schädlich ist, muss das Halsband vor dem Bad Ihres Hundes abgenommen werden.
Milbemax Tablette:
Dieses Medikament ist für die Prophylaxe der Herzwurmerkrankung geeignet und muss in entsprechender Dosis 30 Tage vor Abreise in den Urlaub, 30 Tage nach Rückkehr aus dem Urlaub und während des Aufenthaltes am Urlaubsort einmal monatlich verabreicht werden.
Unser Praxisteam wünscht Ihnen und Ihrem Hund einen schönen Urlaub und steht für weitere Fragen selbstverständlich gerne zur Verfügung.
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