Hallo liebe Menschen,
mein Name ist Karlchen und ich bin ein Meerschweinchen.
Heute möchte ich Euch eine kleine wahre Geschichte erzählen, man hat mich darum gebeten schließlich könnten andere Meerschweinchen ein ähnliches Schiksal haben.
Also alles begann vor ca. 4 Jahren. Als wir geboren wurden stellte sich heraus, dass für uns nicht genug Platz vorhanden war. Es waren viele andere Tiere dort. Also suchte man ein neues Heim für uns.
Ach ja, uns. Entschuldigung wir sind drei Meerschweinchen:
- Fienchen meine Schwester auch Fieniebienie genannt
- Mäxchen mein Bruder und
- meiner einer Karlchen
Meine neuen Menschen, bei denen wir jetzt wohnen, haben von unserer Wohnungssuche gehört und uns besucht. Man hatte einen Termin ausgemacht.
Da wir ja wussten dass sie kommen, haben wir uns herausgeputzt, um ja einen vernünftigen Eindruck zu machen. Offensichtlich ist uns dies recht gut gelungen, denn wir durften umziehen.
Wir wurden sogleich eingepackt, natürlich in einen Käfig - den hatten diese Menschen vorsichtshalber mitgebracht.
Ein neues Heim, wir waren ja so aufgeregt.
Ich war wirklich etwas aufgeregt und wurde nervös, als wir unser neues Heim betraten. Katzen, viele Katzen und die sind neugierig gewesen und wie. Ei, das war schon etwas. Wir haben uns lautstark beschwert, aber es half alles nichts, wir waren im neuen Heim angekommen.
Bevor ich weiter erzähle stelle ich Euch diese Katzen erstmal vor:
- Mimmi Schmusemaus auch Kampfkatze genannt, denn Sie möchte immer die
Nummer 1 sein
- Lena Prinzesschen, Sie benimmt sich auch so und ist unsere beste Freundin
- Felix Frechdachs, der hat meistens Dummheiten im Kopf oder macht welche
- und Mikesch Springefix, der lässt sich eigentlich nicht sogerne anfassen.
Sollte er es doch mal zulassen, wird nur solange schmust wie er es will.
Nun, wir waren also hier. Von allen Seiten wurden wir begutachtet und beobachtet.
Immer wenn der Käfig gereinigt wird, dürfen diese Katzen uns beschnuppern.
Hierbei stellte sich heraus, das Lena uns besonders mag, denn Sie Köpfelt mit uns und am liebsten mit mir. Ich bin ja auch ein hübsches Kerlchen.
Sie macht dabei so komische Geräusche, soll wohl ein Schnurren sein habe ich mir sagen lassen. Lena passt auch auf uns auf, denn wenn die anderen Katzen uns tätzeln wollen gibt es etwas mit Ihren Tatzen und das mögen die anderen nicht sonderlich.
Ja, die Zeit vergeht und alle sind froh sich zu kennen.
Inzwischen sind wir „Knastologen“ nicht mehr ganz so interessant für die Katzen und diese lassen uns meistens in Ruhe.
Unser Futter ist sehr ausgewogen und abwechslungsreich. Sollte sich unser Futtermeister mit Salat, Gurke, Möhre, Tomaten, Apfel oder Mandarine nähern, machen wir uns lauthals bemerkbar, denn jeder von uns möchte von diesen Köstlichkeiten zuerst und am meisten haben. Filme sehe ich auch manchmal, denn da kann ich ganz lange bei meinem Futtermeister sein. Der gibt mir dann Salat, Gurke, Tomate, Paprika aber nur die roten, gelben oder orangefarbenen. Denn die grünen Paprika ist mir etwas zu herb.
Es wird aber auch ein bisschen gespielt, dabei mag ich es wenn man mich streichelt und ich weglaufen kann bis in meine Hütte. Dort schaue ich dann frech raus, lasse mich wieder streicheln und wenn ich keine Lust mehr zum spielen habe will ich auf den Arm.
Auf unsere Streicheleinheiten möchten wir auch nicht verzichten, da kann man erzählen was man den Tag über so gemacht hat und auch entspannen ohne Angst.
Naja, es ist halt ein angenehmes Leben.
Jedoch wurde es Anfang Oktober unruhig, sehr unruhig. Lena war krank, meine Lena.
Man brachte Lena zu einer Tierärztin. Tierärzte sind Menschen, die den Tieren helfen wenn sie krank sind. Aber was war das, Lena kam nicht mit zurück nach Hause.
Die Aufregung zog durch das ganze Haus und jeder war ein wenig traurig, denn Lena musste sich einer Operation unterziehen.
Als Lena dann wieder zu Hause war sah Sie etwas merkwürdig aus. Am Bauch war Sie rasiert und das war Ihr offensichtlich peinlich.
Als einmal Besuch kam, musste Sie Ihren rasierten Bauch zeigen und hat danach einige Zeit nicht mehr mit dem Futtermeister gesprochen.
Auch hatte Sie so was komisches um Ihren Hals - einen Kragen. Kragen nennen die Menschen das...hmmm ich kenne einen Kragen nur an Hemd oder Jacke wenn ich mich dort hinlege und gelegentlich reinbeisse. Aber so groß, da kann man doch nicht richtig futtern.
Um Lena wurde sich gut gekümmert und wurde von uns allen bedauert. Sie durfte zuerst an den Futternapf und wurde glaube ich auch etwas verwöhnt. Jetzt wachsen bei Ihr am Bauch wieder Haare und wir machen uns gelegentlich noch etwas lustig über Ihren nackten Bauch.
Ende November wurde ich selbst schwer krank und musste operiert werden.
Lena sagte mir, das ist halb so schlimm, denn schließlich geht es Ihr ja auch wieder gut.
So wurde ich also zum Tierarzt gebracht und operiert. Ich habe jetzt auch einen nackten Bauch und Lena macht sich über mich lustig. Naja, ist nicht so schlimm, man gewöhnt sich halt an alles.
Jetzt kommt aber das beste. Ich habe das rundum sorglos Paket gebucht, bin die Nummer 1 und kann fast alle um den Finger wickeln. Etwas habe ich noch vergessen: Alles was nicht zu mir gehört wird abgestoßen, wie zum Beispiel Fäden nach einer Operation. Deshalb bin ich auch auf der Suche nach einem zweiten Namen, z.B. Millionenlocke oder so.
Das Futter ist Spitze, denn ich bekomme es mit einer Spritze. Trinke Tee aus einer Spritze und lasse mich so richtig verwöhnen. Ich mag auch Musik, hier am liebsten Klassik.
Das mit dem selber futtern und trinken ist ja so anstrengend. Wenn ich aber alle 2 Std. etwas aus der Spritze kriege ist alles in Ordnung. Ab und zu versuche ich selber zu futtern wenn die Menschen nicht zusehen.
Meine Speisewünsche sind enorm und ich bekomme fast alles. Übrigens Tee trinke ich immer noch gerne, ist ja auch eine Spezialmischung, welche die Futtermeisterin extra für mich zusammenstellt bzw. mischt. Der Tee darf nicht zu kalt oder zu warm sein, denn ich bin sehr wählerisch.
Zur Zeit nehme ich wieder zu und kann schon wieder erzählen, jedoch nicht zuviel, denn man braucht ja noch viel Ruhe. Sollte es mal anders sein, spiele ich den sterbenden Schwan und alle springen und tanzen für mich.
Da ich gut bin, durfte ich im Januar nochmals Operiert werden. Schuld daran war schon wieder ein Blasenstein. Von allen Spezialisten aufgegeben machte sich diesmal
Frau Dr. Stern ans Werk und operierte mich erfolgreich.
Seit Anfang Januar bekomme ich ein mischmasch aus verschiedenen Medikamenten. Seit dem geht es mir von Tag zu Tag besser und freue mich über jede Spritze, die mir in den „Mund“ gegeben wird, weil dabei sitze ich auf der Schulter meines Futtermeisters und erzähle ihm zwischendurch, was ich alles so gemacht habe, während seiner Abwesenheit.
Jetzt muss ich aber aufhören, die Futtermeisterin naht mit einigen Köstlichkeiten.
Ach ja, noch etwas, ich muß noch ein paar besondere Dankesworte loswerden :
Herzlichen Dank Frau Dr. Stern, die operierte mich sehr gern.
Herzlichen Dank Frau Mucke, die versorgte meine Wunden mit Geduld und Spucke.
Herzlichen Dank Frau Lather, die gab mir Trinken und Futter her.
Mit freundlichen Grüßen
Karlchen
Bedanken beim Praxisteam wollen sich auch Karlchens Besitzer für die beharrliche Unterstützung beim Meistern aller Krisen (auch ausserhalb der Sprechstunde) und der sorgfältigen OP-Nachsorge auch an den Wochenenden. |